Jellyfish Hamburg – Ein Abend voller Meeresaromen und Küchenkunst

Das Gericht „Hiramasa Kingfish / Meeresaromen“

Wenn die beste Freundin aus München zu Besuch ist – kinderfrei, wohlgemerkt – dann darf es abends auch mal etwas mehr sein. Mehr Zeit, mehr Bubbles, mehr Genuss. Und wenn dann auch noch Stefan Fäth sagt: „Laura, komm mal wieder vorbei, probier mal unsere Karte“, dann muss ich da ehrlich gesagt nicht lang überlegen.

Das Jellyfish gehört für mich schon lange zu den festen Größen in Hamburgs Fine Dining Szene – nicht laut, nicht aufgesetzt, sondern mit klarer Handschrift, viel Können und einem echten Gespür für Produkt und Aromen.

An diesem Abend also: volles Programm.
7 Gänge, davor ein Gruß aus der Küche, danach die Pralinen von Patissier Tim Langmack – und dazwischen eine Reise durch Texturen, Länder, Erinnerungen und kleine Wow-Momente.

Global gedacht, französisch fundiert

Die Menüführung wirkt international, manchmal fast verspielt, aber die Basis bleibt klar französisch. Es wird nicht wild gepimpt, sondern mit Substanz gearbeitet – das gefällt mir.

Aber ein Gang hat mich besonders bekommen:
„Hiramasa Kingfish / Meeresaromen“ – und der Name ist hier kein Understatement.

Auf dem Teller: ein kleines Kunstwerk.
Wie ein Korallenriff angerichtet. Kokos, Austern, scharfer Ingwer – alles da, aber nichts drängt sich auf. Der Kingfish bleibt Star des Tellers, wird ergänzt, nicht erschlagen. Eine salzig-frische Meeresbrise in elegant.

Das Gericht „Hiramasa Kingfish / Meeresaromen“

Auch die fischlastigen Zwischengänge, begleitet von zitrischen Noten und einer herrlich fetten Beurre Blanc, waren für mich ein starkes Statement in Sachen Balance.

Parmesan Crème Brûlée – der Gang, der mich gecatcht hat

Ich sag’s, wie’s ist: Diese Crème Brûlée mit Parmesan, Rosmarinöl und Pfirsich hat mich komplett auseinandergenommen.
Salzig, süß, warm, kalt, cremig, crunchy – und dann dieses Rosmarinöl, das wie ein ätherischer Wachmacher wirkt. Ich war kurz raus. Gedanklich im Käse-Tempel, übernachtend im Comté-Laib. Danke dafür.

Parmesan Creme Brulee

Alkoholfreie Getränkebegleitung? Ich taste mich ran.

Ich nerde mich gerade rein in das Thema alkoholfreie Pairings, und Jellyfish bietet hier für 79 € bei 7 Gängen eine ambitionierte Begleitung. Bis auf zwei “Ausreißer” war das richtig gut abgestimmt. Was für mich nicht funktioniert hat: zu viel Mundfülle beim „One Star Martini“ und zu viel Rauch beim „Smoky Peach“. Das ist Geschmackssache – für viele sicher spannend, für mich etwas zu viel als Begleitung.

Fazit? Geht da hin.

Wenn ihr Eltern beeindrucken wollt.
Wenn ihr gerade Fernweh habt, aber keine Zeit für Urlaub.
Wenn ihr Lust habt auf Handwerk, Aromen und neue Aromen habt

Der Service? Wach, freundlich, professionell.
Die Atmosphäre? Unprätentiös, angenehm ruhig und gemütlich
Das Küchenteam? Mit Lust bei der Sache und ambitioniert.

Und eins merkt man ganz deutlich: Stefan Fäth und sein Team geben richtig Gas.
Die Ausrichtung, die Präzision, die Kreativität – das wirkt alles sehr fokussiert.
Ich sehe gute Chancen für den zweiten Stern – vielleicht schon 2026.

Willkommen in meinem Laura-Journal. Schön, dass du da bist. Und falls du reservierst – sag Stephan schöne Grüße. 🖤

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